Bilanz, Erfolgsrechnung und Ausblick
Die Genossenschaft Tarifverbund OSTWIND schliesst das Geschäftsjahr 2025 mit einer ausgeglichenen Erfolgsrechnung, Ergebnis «null» ab.
Am Ende des Geschäftsjahres 2025 beträgt die Bilanzsumme TCHF 6'668. Sie ist um TCHF 24 tiefer als im Vorjahr.
Die Aktiven bestehen hauptsächlich aus dem Umlaufvermögen und die Passiven mehrheitlich aus kurzfristigem Fremdkapital. Das Umlaufvermögen beträgt am 31.12.2025 TCHF 6'512 und ist um TCHF 92 tiefer als zu Beginn des Geschäftsjahres. Es dient zur Tilgung des kurzfristigen Fremdkapitals von TCHF 6'607.
Investitionen werden ab dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme und nach den Richtlinien von Swiss GAAP FER amortisiert. Die mobilen Sachanlagen wurden mit TCHF 7 abgeschrieben. Der Endbestand per 31.12.2025 beträgt TCHF 4. Die immateriellen Anlagen nahmen im Berichtsjahr um TCHF 102 zu. Für den neuen Vertriebskanal FABOO wurden TCHF 35 und für den Ersatz von Colecto, dem Datenerfassungstool für Konsumdaten, TCHF 67 investiert. Sie werden nach Fertigstellung reklassiert und ab Inbetriebnahme abgeschrieben. Auf dem immateriellen Anlagevermögen betrug die Abschreibungssumme TCHF 23. Der Endbestand per 31.12.2025 beträgt TCHF 153.
Das kurzfristige Fremdkapital ist um TCHF 732 höher als im Vorjahr. Es beträgt am Ende des Berichtsjahres TCHF 6'607. Die Zunahme ist mehrheitlich auf die nachstehenden Geschäftsfälle zurückzuführen:
Das Eigenkapital der Genossenschaft Tarifverbund OSTWIND nahm im Geschäftsjahr um TCHF 2 ab. Die Abnahme ist auf die Fusion zwischen der BUS Oberthurgau AG und der BUS Ostschweiz AG zurückzuführen. Das Genossenschaftskapital beträgt per 31.12.2025:
| Genossenschaftskapital | CHF | 58'000 |
|---|---|---|
| Bilanzgewinn | CHF | 3'037 |
| Total Eigenkapital | CHF | 61'037 |
Das Jahr 2025 übertrifft das bisher umsatzstärkste Jahr 2024 der Genossenschaft Tarifverbund OSTWIND.
Im Berichtsjahr nahm das Verhältnis zwischen Einzelbilletten und Abonnementen weiter zu und lag bei 64 / 36. Der einfache Bezug der Einzelbillette mit App-Lösungen, die günstigen Sparbillette und die Bezahlung mit Halbtax PLUS beeinflussen das Kundenverhalten. Bei den Abos trugen die Anstrengungen im B2B-Bereich dazu bei, dass die Umsätze gegenüber dem Vorjahr um ca. 4 % zunahmen.
Der Betriebsertrag betrug im Geschäftsjahr 2025 TCHF 292’234 und ist um TCHF 11'416 oder 4 % höher als im Geschäftsjahr 2024. Die Verkehrseinnahmen, bestehend aus den Verbundeinnahmen, den Einnahmenausfällen und den Verkaufsprovisionen betrugen TCHF 261'452 und nahmen im Vergleich zum Vorjahr um TCHF 11'898 zu. Die Erträge aus Leistungen gegenüber den Transportunternehmungen, die zur Hauptsache aus der Beteiligung der Genossenschafter am administrativen Aufwand besteht, beträgt im Berichtsjahr TCHF 6'566. Die Zunahme von TCHF 396 ist mehrheitlich auf den höheren Rückstellungsbedarf für die Branchenkosten zurückzuführen.
Die anderen betrieblichen Erträge setzen sich zusammen aus dem Betrag der Kantone SG, TG und AR von Total TCHF 500 für das Marktmanagement Firmen, dem Beitrag des Kantons SG für Grossanlässe von TCHF 300 und dem «Verzehr» der Vorfinanzierung für das «Projekt Aufwind» von TCHF 471. Die restlichen TCHF 102 stammen aus den übrigen Erträgen für Dritte und den Währungsdifferenzen, die aus dem finanziellen Ausgleich der länderübergreifenden Tarifangebote mit dem Verkehrsverbund Hegau-Bodensee und dem Verkehrsverbund Vorarlberg entstanden.
Die Verbundeinnahmen, die Einnahmenausfälle und die Verkaufsprovisionen wurden nach geltenden Schlüsseln an die beteiligten Transportunternehmen verteilt. Sie decken sich mit den entsprechenden Ertragspositionen.
Der Personalbestand lag im Geschäftsjahr 2025 bei 7.9 FTE. Die Abnahme von 0.2 FTE gegenüber dem Vorjahr ist auf einen Personalwechsel zurückzuführen. Der Neueintritt und der Austritt lagen sechs Monate auseinander. Der Personalaufwand betrug im Geschäftsjahr 2025 TCHF 1'210.
Neben dem Basismarketing lag der Schwerpunkt im Geschäftsjahr 2025 bei den B2B Geschäften, dem Auf- und Ausbau von Partnerschaften und Events sowie der Produktion / Fortsetzung verschiedener Kampagnen wie das «Nachtnetz» und «Verhalten im öV». Neben diesen Schwerpunkten wurde die Präsenz in Socialmediakanälen ausgebaut, der Freizeitverkehr mit der Plattform «Frischluft» und der «Entdeckungsreise» für Schulen beworben. Der OLMA-OSTWIND-Pass, der im vergangenen Jahr erfolgreich eingeführt wurde, hat sich bewährt. Die Absatzerwartungen wurden nicht ganz erreicht, trotzdem wurde das Bedürfnis in der nachträglich durchgeführten Kundenumfrage bestätigt. Die Bearbeitung der B2B-Geschäfte erfolgte weiterhin in Zusammenarbeit mit 42hacks. Im Geschäftsjahr 2025 konnten mit SFS Group Schweiz AG, Thyssenkrupp Presta AG, VAT Vakuumventile AG, Leica Geosystems AG, Escatec Switzerland AG und Thurgauer Kantonalbank sechs weitere Lizenzverträge abgeschlossen werden. Der Werbeaufwand betrug im Geschäftsjahr 2025 TCHF 736.
In den übrigen Gemeinkosten ist der Aufwand für den automatisierten Bestellprozess der Jahresabos, die Paymentaufwände des Distanzverkaufs und die Unterhaltskosten für die Vertriebskanäle App und Webshop enthalten. Weiter fallen Aufwände für zentrale Abrechnungssysteme, nationale öV-Projekte wie myRIDE und gemeinsame Werbemassnahmen der öV-Branche an. Ebenfalls enthalten sind die Kosten für das Erfassungstool der Konsumkennzahlen und für die Sicherheitsorganisation im OSTWIND. Der Gesamtaufwand betrug TCHF 4'606.
Das ausserordentliche Ergebnis enthält die Differenzen zwischen den Rückstellungsbeträgen, die im Geschäftsjahr 2024 gebildet wurden und den im Geschäftsjahr 2025 angefallenen Kosten für diese Geschäftsfälle.
Die Genossenschaft Tarifverbund OSTWIND schliesst das Geschäftsjahr 2025 mit einer ausgeglichenen Erfolgsrechnung ab.
Das nationale Projekt myRIDE wirft seine Schatten voraus. Die Erwartungen an den E-Tarif sind gross, sowohl bei den Transportunternehmungen, bei Bund und Kantonen sowie den Verbünden. Und welche Erwartungen haben unsere Kunden – wurden diese abgeholt / abgeklärt? Im OSTWIND wird sich ein Gremium, zusammengesetzt aus Mitglieder:innen der Bestellerkantone, der Verwaltung und der Geschäftsstelle, um die «Impacts» kümmern.
Die unstabile Sicherheitslage auf der ganzen Welt und der «Zollstreit» mit den USA belasten die Wirtschaftslage. Am funktionierenden «Wirtschaftsmotor» hängt auch die Entwicklung der Fahrausweisumsätze des OSTWIND ab. Gerät der Motor ins Stottern, sind auch die Umsätze des OSTWIND bald davon betroffen.


